Sprechen ist gedankliche, innere und äußere Bewegung
Wenn du eine Hand auf den Bauch oder auf die Brust legst, dann spürst du Bewegung – deine Atembewegung, die von allein geschieht. Und wenn du sprichst, entsteht Bewegung in deinem Kehlkopf, die Stimmbänder schließen sich je nach Tonhöhe mehr oder weniger stark.
Dein Zwerchfell bewegt sich beim Sprechen, wenn du zwischen den Sätzen automatisch Luft holst. Auch das passiert von allein. Wenn du deine Hand auf den Bauch legst, spürst du diese Bewegung.
Dein Mund, deine Zunge, dein Gaumen, deine Wangen bewegen sich beim Sprechen.
Wenn du ein Anliegen ausdrücken möchtest, dann passiert gedankliche Bewegung.
Den Atem trainieren und die Stimme schulen
Damit sich diese Bewegungen frei und flexibel abspielen, trainierst du deinen Atem, damit er durchlässig wird, du schulst deine Stimme, damit sie schwingt und ansprechend klingt, du schärfst deinen Fokus, damit du in der Lage bist, deine Gedanken klar auszudrücken. Es ist wie beim Sport, wenn du übst, wirst du besser und stärker. Die Übung wird einfacher, je mehr du übst.
Klare Gedanken und ein beweglicher Körper
Wenn dein Atem durchlässig ist, deine Gedanken klar sind, deine Stimme trägt und dein Körper beweglich und wohl gespannt ist, dann wird deine Kontaktaufnahme leicht und selbstverständlich passieren. Weil du natürlich, stimmig und selbstbestimmt sprichst und wirkst.
Die innere Bewegung und die innere Haltung übertragen sich nach außen, in deinen Ausdruck. Die innere Bewegung wird sichtbar in deiner Mimik, Körpersprache, in deinem Blick. Sie wird hörbar in deiner Stimme und spürbar in deiner Sprachmelodie und deinem Sprachrhythmus.
All diese Aspekte wirken in- und miteinander. Denn Sprechen bedeutet in Bewegung sein und zu bewegen.
stimme.at-Autorin: Gunda Hofmann
Foto: Ahmad Odeh auf Unsplash