Die Macht der Pausen
Ungeübte Vortragende können die Stille kaum aushalten und reden deshalb wie ein Wasserfall – ohne Punkt und Komma. Dabei sind Pausen wichtige Stilmittel. Ein Augenblick Ruhe – das genügt den
Als Vortragende:r kommt dir wahrscheinlich jede Pause wie eine kleine Ewigkeit vor. Doch keine Sorge, dein Publikum empfindet das anders. Kurze Sprechpausen tragen zur besseren Verständlichkeit bei.
Für ein gutes Gespräch sind die Pausen genauso wichtig wie die Worte, meinte der österreichische Schriftsteller Heimito von Doderer. Denn sie gliedern das Gespräch. Sie geben anderen die Chance, dich und das Gesagte zu verstehen und du selbst hast die Möglichkeit, noch einmal nachzudenken.
Du lässt deinen Gedanken nachklingen
Zuerst passiert innerhalb der Pause auf körperlicher Ebene das: Du gibst die Restluft ab. Die bewusste Ausatmung ist zu Ende, dann kommt noch so ein ‚Nachhauch‘ aus deinem Körper. Auf mentaler Ebene lässt du den ausgesprochenen Gedanken noch nachwirken.
Du löst dich von deinem Gedanken
Danach regenerieren sich die Atemmuskeln, sie entspannen sich. Und auf gedanklicher Ebene kann jetzt dasselbe passieren: Du löst dich von dem alten Gedanken; er darf gehen und macht Platz für etwas Neues.
Du folgst einem neuen Impuls
Daran schließt sich dann die nächste Einatmung
Danach kommt wieder eine Pause, in der dein Gesagtes nachklingt, losgelassen wird und das ‚Neue‘ sich zeigt.
Pausen geben dem, was du sagst, Nachdruck.
stimme.at-Autorin: Sabine Gutzeit
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